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Infos: Therapie­formen

Ein paar Worte über Heilkunde und Therapieformen

„Heilpflanzenkunde“, „Homöopathie, „Heilkunde“ – … wo ist denn da jetzt der Unterschied?

 

Einfach ausgedrückt: Sowohl in der Heilpflanzenkunde (Phytotherapie) als auch in der Homöopathie werden Mittel auf pflanzlicher Basis verwendet – das ist dann auch schon die einzige Gemeinsamkeit, außer dass beide Therapieformen zur Naturheilkunde gezählt werden, weil sie auf Wirkstoffe aus der Natur setzen – nicht auf künstlich hergestellte Stoffe.

Viel wesentlicher sind jedoch die Unterschiede.

Der Unterschied zwischen Homöopathie und Phytotherapie

„Machst du etwa das mit diesen Kügelchen?“ oder „ich glaub nicht so recht an diese Globuli“ – lauten die typischen Reaktionen, wenn sich Kunden erstmals mit den Möglichkeiten einer naturheilkundlichen Behandlung befassen. Häufig sind dann die bekannten Milchzuckerkügelchen das erste Bild, was vor dem geistigen Auge des Kunden auftaucht und damit gleichzeitig Gedanken wie „wo nichts drin ist, kann ja auch nichts wirken“ oder im positiven Falle: „ist ja Natur, kann ja nicht schaden“. Doch all dies hat nichts mit der Heilpflanzenkunde (Phytotherapie) zu tun. Die Phytotherapie darf nicht mit der Homöopathie verwechselt werden – es sind zwei völlig verschiedene Heilmethoden.

 

Der Ausgangsstoff und seine Dosierung

In der Homöopathie werden die verwendeten Ausgangsstoffe (Pflanzen, Tiere, Teile von Tieren oder deren Ausscheidungen, Mineralien, und andere) so weit durch Wasser oder Ethanol verdünnt, dass der eigentliche Ausgangsstoff de facto nicht mehr nachweisbar ist. Je höher die Verdünnung (Potenz genannt)  desto wirksamer soll das Mittel sein. Man nimmt an, dass das Lösungsmittel (Ethanol oder Wasser) die Information des Ausgangsstoffes aufgenommen hat.  

Die Heilpflanzenkunde ist gänzlich anders: hier werden tatsächlich Pflanzen und Pflanzenteile verabreicht, in denen in der Regel nicht nur ein Wirkstoff, sondern ein für die jeweilige Pflanze spezifisches Wirkstoffgemisch enthalten ist. Hier gilt das Prinzip: je höher die Dosis, desto intensiver die Wirkung.

Für homöopathische Mittel fehlt bis heute ein allgemein anerkannter naturwissenschaftlicher Nachweis der Wirksamkeit. Für die meisten pflanzlichen Mittel hingehen ist die Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen und bestimmte Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Alkaloide, Pflanzenfarbstoffe oder Bitterstoffe werde gezielt gegen bestimmte Krankheiten oder zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt. Zudem basieren viele moderne chemische Pharmazeutika auf pflanzlichen Wirkstoffen oder sind diesen nachempfunden. Typische Beispiele sind das Herzmittel Digitalis aus den Blättern des roten und wolligen Fingerhut (Digitalis purpurea, Digitalis lanata), das Präparat Aspirin aus der Acetylsalicylsäure der Weidenrinde (Salicis cortex) oder das Gichtmittel Colchicin aus der Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale).

Gut erforschte pflanzliche Arzneimittel sind heutzutage eine gute Alternative zu chemischen Wirkstoffen und haben meistens ein geringeres Nebenwirkungspotential. 

Die Vorgehens- und Wirkungsweise

Bei der Phytotherapie werden tatsächlich nachweisbare Wirkstoffe (keine x-fach potenzierten Verdünnungen) verwendet, um einem Leiden vorzubeugen, es zu lindern oder im Idealfall zu heilen. Zudem sind es gerade die individuellen, in jeder Heilpflanze enthaltenen Wirkstoffkombinationen, die den Therapieerfolg und das Wirkprinzip bei ihrer Anwendung ausmachen. Und nein: Heilpflanzen sind keine harmlosen Allrounder, die ich mal eben so (ohne fachkundig zu sein) mir selbst oder meinem Tier verabreichen sollte. Manche Heilpflanzen sind schon in kleinen Dosen gesundheitsgefährdend oder sogar tödlich giftig. Und bei einigen ist es eben gerade dieses Gift welches, dann zumeist in standardisierter Form angeboten, lebensrettend sein kann. Dies gilt zum Beispiel für den Fingerhut (Digitalis), dessen Wirkstoffe das Herz stärken, in falscher Dosierung aber zu Vergiftungen führen oder die Inhaltsstoffe der als giftig geltenden Eibe (Taxus brevolia), die als Chemotherapeutikum bei Krebserkrankungen zum Einsatz kommen.

Für Heilpflanzen gilt – wie genau genommen für alles andere auch – was der berühmte Arzt und Naturforscher Paracelsus feststellte:

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. 
Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“

Dosis sola facit venenum. (Paracelsus)

Gewusst was, wann, wie und in welcher Dosierung...

Mit dem Wissen um die Wahl der richtigen Pflanze und der jeweiligen Dosis, in der sie zur Anwendung kommen sollte, lassen sich viele Leiden – von leichten Beschwerden bis hin zu ernsthaften Erkrankungen – vermeiden, lindern und im besten Falle heilen. Was sie besonders macht ist die Tatsache, dass Heilpflanzen Lebewesen sind, die über mitunter noch vielfach unerforschte Fähigkeiten und Wirkungsweisen verfügen. Sogar angesichts der dramatischen Zunahme von Antibiotika-Resistenzen und immer neuen Viruserkrankungen bieten manche Heilpflanzen sogar wirksame Alternativen, denn sie sind Lebewesen, die sich – anders als chemische Präparate – an Veränderungen anpassen und sich gegen viele Viren und Bakterien zur Wehr setzen können.

Leistungen und Therapie­angebote

  • Anamnese, Diagnostik und Therapieempfehlung
  • Ergänzende und unterstützende Behandlung bei tierärzlichen Maßnahmen
  • Futteranalyse
  • Barf-Plan-Erstellung
  • Ernährungsumstellung bei Erkrankungen, Unverträglichkeiten und chronischen Beschwerden
  • Beratung bei Verhaltensauffälligkeiten
  • Beratung über Haltungsbedingungen
  • Beratung vor der Anschaffung eines Tieres bzw. bei der Auswahl von Zubehör 

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